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Frauenhilfe

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'Im Oktober 1926 - so berichtet die Chronik der Frauenhilfe - lud Herr Pfarrer Schilling alle evangelischen Frauen Erzhausens in die Ludwigshalle ein zur Besprechung einer dringenden kirchlichen Frage'. Um was es dabei ging, blieb zunächst geheim. Der Kirchenvorstand hatte zwar das Treffen vorbereitet, aber nichts verraten. Aber es waren Listen zur Hand, um Mitglieder in einen neuen zu gründenden Frauenverein aufzunehmen. Pfarrer Schilling sprach von der Errichtung einer Kleinkinderschule, die von dem zu gründenden Verein getragen werden solle. Spontan traten dem Frauenverein 150 Frauen bei, mit einem Jahresbeitrag von 3 Mark.

Aber bei dieser Aufgabe blieb es nicht. Bald darauf wurde zusätzlich zum Kindergarten eine Gemeindepflegestation gegründet. Man traf sich regelmäßig an den Dienstagabenden zum Stricken in dem gleichen Raum, der tagsüber als Kindergarten diente. Bis zu hundert Frauen nahmen in der Winterzeit an den Treffen teil. Seinerzeit wurden übrigens die Klappstühle angeschafft, die heute noch gelegentlich in der Kirche mitbenutzt werden. Jede Frau bezahlte selbst ihren Stuhl! Wäre so etwas heute auch noch denkbar? Für die finanziellen Aufgaben der Frauenhilfe wurden Basare veranstaltet, auch Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt und viel für den Kindergarten getan.

Es müssen heftige Zeiten gewesen sein in Erzhausen, dass sich die evangelische Kirchengemeinde so aktiv in das Geschehen im Dorf drängte, ja, einmischte. Die politische und gesellschaftliche Situation hatte die Christen herausgefordert, Flagge zu zeigen. Sicher gehörte damals viel Mut dazu. Einer der Unterschiede zwischen damals und heute ist wohl der, dass die Kirchengemeinde und die Christen vor 80 Jahren gegen politisch-ideologische Strömungen, gegen einen sich breit machenden Atheismus Front machten. Heute ist es eher die Gleichgültigkeit, die viele Menschen vom Glauben entfernt hat. Und auch die Sattheit. Denn zur Gründung von Kirchenchor und Frauenhilfe zwang nicht nur die geistliche Not die Menschen in Erzhausen zum Miteinander, sondern auch die materielle.

Wegen der hohen Kosten ist die alleinige Trägerschaft solcher Einrichtungen für die Frauenhilfe schon lange nicht mehr möglich. Die Pflegedienste werden heute von der Johanniter-Diakoniestation Weiterstadt geleistet. Der evangelische Kindergarten wird entsprechend den finanziellen Möglichkeiten weiterhin unterstützt.

Auch heute noch steht die Unterstützung der Arbeit mit Kindern (Kindergarten, Kinderchor, Kinderscheune und Pfadfinder) ganz vorn auf der Liste der Dinge, für die sich die Frauenhilfe verantwortlich weiß. Neue Aufgaben sind hinzugekommen: Seit vielen Jahren besteht eine enge Verbindung zum Sonnenhof der Nieder-Ramstädter Diakonie.

Zusammen mit Frauen der katholischen Kirchengemeinde wird der jährliche Weltgebetstag vorbereitet.

Darüber hinaus dient die Frauenhilfe im Stillen der Gemeinde. Sei es bei der Finanzierung des Altarschmucks und des Adventskranzes in der Kirche oder der Unterstützung bei Anschaffungen aller Art. Von den neuen Gesangbüchern über Altardecken, Tischen und Stühlen bis zu Gardinen und Geschirr für Gemeindehaus oder Kirchenanbau. Ganz praktisch wird die Hilfe der Frauenhilfe bei Gemeindefesten und ähnlichen Veranstaltungen. Bei der Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sind die Frauen der Frauenhilfe stets unermüdlich im Einsatz.

Die Frauenhilfe trifft sich jeden Mittwoch (außer in den Schulferien)
von 15:00 - 17:00 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus, Bahnstraße 7. Zu diesen Treffen kommen zur Zeit 20 - 25 Frauen. Es wird über ein Bibelwort oder ein aktuelles Thema gesprochen, aus der Gemeinde berichtet, vorgelesen, gespielt, gesungen und gebetet. Einmal im Monat gibt es Kaffee und Kuchen. Zum Jahresprogramm gehören Ausflüge, Adventsfeiern und eine Mitgliederversammlung.

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